Vereinsabend One-Shots: Was wollen wir eigentlich?

  • Für alles andere, wie sonstige Runden die man sich zusammen sucht, ... braucht es keinen offenen Vereinsabend, da man sich das übers Forum selbst organisieren kann. Dies geschieht ja auch schon und so kommt es dazu, dass wir eben auch an den Vereinsabenden andere Runden z. B: Mistery Island stattfinden.


    Ok, wenn Runden mit anderen Systemen an diesen Abenden weiterhin erlaubt sein werden, dann betrifft es mich tatsächlich nicht, und ich werde anderen Leuten nicht rein reden, wie sie ihre SL-Tätigkeiten zu organisieren haben.

    Dass Runden mit anderen Systemen an offenen Vereinsabenden weiterhin erlaubt sind halte ich aber wie gesagt für sehr wichtig.


    Ich war zwar bei keinem Diversitätsabend dabei, aber nach allem was ich gehört habe stimmt das so nicht. Wie oben beschrieben wart ihr eine relativ klare Gruppe von ein paar Leuten die sich einen Termin ausgemacht haben an dem sie spielen wollen und habt andere eingeladen dazu zu stoßen. Wenn ihr euch vorher nicht abgesprochen hattet, dass zumindest eine mindestanzahl an Leuten gekommen ist hattet ihr keine Termine. Seit die Diversitätsabende auch einem fixen Rythums folgen scheint es auch dort nicht mehr so gut zu klappen, oder?


    Ja, diese "relativ klare Gruppe von ein paar Leuten" war meiner Meinung nach aber wichtig, weil das die SLs waren, die dort üblicherweise etwas angeboten haben. Und ja, seitdem es da eine fixe Liste an Terminen gibt anstatt diese Leute zu fragen, wann sie denn tatächlich Zeit haben, funktioniert das nicht mehr. Weshalb ich übrigens immer noch der Meinung bin, dass die Umstellung auf eine fixe Liste an Terminen eine sehr fragwürdige Entscheidung war.

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  • In meiner Erinnerung:

    Die Diversitätsabende haben angefangen, weil mehrere SLs Systeme daheim hatten, die sie mal ausprobieren wollten.

    Da wurde dass reihum gemeistert, so konnte ejder sein Regal "abarbeiten" und hatte auch Spieler dafür.

    Eine Weile kamen dann sogar Leute, die keine Vereinsmitglieder waren, ein paar mald abei, weil ihnen das Konzept gefiel, und es eben mehr Indie-Games etc. auszuprobieren gab.


    Nach einer Weile waren aber die meisten mit ihren Herzens-Systemen durch, und einige hatten auch aus verschiedenen sonsten Gründen nicht mehr so viel Zeit, und damit begann das ganze, zu zerfallen.

    Weil einige hatten zwar noch Systeme auf der Liste, aber nachdem einige verlässliche Spieler weggefallen sind, begann das halt zum Glücksspiel zu werden, mit sehr schwankender Teilnahme, und damit haben die meisten dann aufgegeben.


    Ich denke, es wurde dann (anfangs eher organisch als geplant) vermehrt auf weniger Indie, aber doch selten gespielte Systeme umgeschwenkt, damit man von den anderen Vereinsmitgliedern ein paar Teilnehmer abgreifen konnte. Bzw. weil dich da dann ein paar Vereins-SLs gefunden haben, die ihre alten Systeme mal wieder anbringen wollten, die dann die ursprüngliche Indie-affine Gruppe schrittweise ersetzt haben.

  • Ich zäume das Pferd jetzt mal von hinten auf: Was müsste ich anbieten, dass sich 10 Leute um 5 Plätze prügeln?


    Das ist eben das Problem: Ich habe keine Ahnung, für welches System sich die meisten Spieler melden würden. Dementsprechend hätte ich auch vorgeschlagen, da eine Umfrage zu machen.

    Meine *Vermutung* wäre, dass es D&D5 oder Vampire ist.


    D&D5 eignet sich aber aufgrund der starken Kompetenz-Unterschiede auf unterschiedlichen Leveln nicht so wirklich für offene Vereinsabende, und Vampire eignet sich aufgrund des Settings nicht so wirklich für ein Konzept, wo mehrere Spielleiter für die selben Charaktere leiten.

    ...Auch wenn ich persönlich Vampire vom *System* her immer noch als besser geeignet sehen würde als GURPS. Und damit meine ich V20, weil V5 wäre aus meiner Sicht zwar besser, aber da bin ich im Verein scheinbar so ziemlich der einzige, der das gut findet.

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  • Ich zäume das Pferd jetzt mal von hinten auf: Was müsste ich anbieten, dass sich 10 Leute um 5 Plätze prügeln?

    Ich würde auch sagen, D&D5. Die Runden sind immer ziemlich zügig voll.


    Alles andere hat deutlich weniger Einzugs-Potenzial. Und die Leute, die diese anderen Systeme grundsätzlich spielen, haben auch meist schon genug Runden. So sie nicht selbst welche leiten. Und die kennen und mögen oft mehrere Systeme, dso ass sie sich (als Spieler) meist nicht voll auf eines konzentrieren, wodurch sie nicht schon länger auf ein neues Angebot warten hätten müssen.


    D&D5 hingegen ist so gemütliche-Spieler-Power-Fantasy-freundlich von seinem Design, sozusagen die perfekte seichte Unterhaltung (nicht abwertend gemeint - seichte Unterhaltung hat IMO absolut ihre Berechtigung als entspannender Kontrast zum mühsamen Alltag), dass es da extrem viele Spieler gibt, die genau das wollen, als nur-Spieler mit oft eher gelegentlichen Runden auch noch Zeit für mehr haben, und eher zu wenige als zu viele Runden finden, also auf weitere Angebote durchaus schon warten.


    War C&C nicht im Prinzip genau das? Das könntest du auch wieder mal leiten theoretisch. :P

    C&C ist mir zu simulationistisch für sowas. Das hat einen Haufen kleine Modifkatoren, Regel-Details, Zauber-Interaktionen und taktische Optionen im Kampf.

    Das funktioniert zwar, wenn alle Spieler an der Runde interessiert sind, aber so zum "Hirn abschalten und cooles Zeug machen" ist es nicht gut geeignet. Also mehr Kampagnen-System als One-shot-geeignet.

    Mit spontanen oder eher auf einen entspannten Abend ausgerichteten (und daher bedingt konzentrierten) Spielern muss der SL dann dauernd erklären, was jetzt warum mit welchem Wert gewürfelt wird, alle Modifikatoren ständig im Kopf haben und wird selbst dann noch gelegentlich auf was relevantes vergessen. Und selbst dann ist noch nicht garantiert, dass die Spieler so sinnvoll agieren, dass sich der Simulationismus auszahlt (und nicht in einem TPK resultiert).

    Das ist halt eher an D&D3.x/PF1 dran als an D&D5. Wenn du nicht weißt, wie du deinen Charakter halbwegs vernünftig baust und spielst, und was Gegner so potenziell auffahren könnten, wirst du eher wenig reißen, außer der SL nimmt sich soweit zurück, dass die System-Komplexität verschwendet ist.

  • Nach der Diskussion gestern zu schließen, hat aber auch jeder eine unterschiedliche Auffassung, wofür die Vereinsabende gut sein sollen, was sie leisten und wen sie ansprechen sollen.

    Weil wir - wenn wir die Wünsche auf der GV berücksichtigen wollen - eigentlich zwei unterschiedliche, nicht ganz kompatible, Schienen fahren müssten.

    Erstens, fixe Abende anzubieten, wo Neulinge einfach spontan vorbeischauen und einmal wo mitspielen können.

    Zweitens - und das wäre in der Praxis, falls es überhaupt aus den Startlöchern heraus kommt, vermutlich der häufigere Fall - einen Abend bieten, an dem möglichst viele Vereinsmitglieder auftauchen, in der Zuversicht, einen von vielleicht drei ihrer dafür vorgesehenen Charaktere auspacken und etwas spielen zu können, außerhalb der gewohnten Konstellationen ihrer fixen Runden. Und damit die Kommunikation im Verein etwas zu fördern. Was auch dazu beitragen würde, den Verein für mehr Mitglieder zu mehr zu machen, als nur zu einem zur Verfügung stehenden, physischen Raum für ihre Runden.

    Punkt 2 sollte dann hoffentlich auch dazu führen, dass SLs nicht nur für den Falledes Falles für Punkt 1 auftauschen, und dann öfter mehr Frust (oder zumindest ein Gefühl von "mehr-wie-Arbeit-statt-wie-Freizeit") als Spaß an der Sache haben.


    Falls man sich nur auf Punkt 1 fokussieren würde, wäre der Optimalweg wohl, einfach D&D5 mit vorgefertigten Charakteren und völlig isolierten Kurzabenteuern anzubieten and en fraglichen Abenden. Weil eh nicht damit zu rechnen ist, dass die Leute dann öfter kommen, und falls doch, dann eher im Rahmen einer fix ausgemachten Runde.

    Aber das wäre halt für Punkt 2 sehr ungeeignet...

  • Ich glaube die Erkenntnis, dass es zumindest um 2 verschiedene Gesichtspunkte

    - Länger laufende One Shot Serien für Vereinsmitglieder wo man einfach bring your own character machen kann und losspielen

    - Runden, die vorrangig Neulinge anwerben sollen.

    Ich glaube leider, und das ging für mich hier auch hervor, das ist nicht besonders kompatibel. Ich halte für Neulinge leider auch sowas wie DSA nicht für besondere gut geeignet, weil das System für jemand der im Zweifelsfall noch nie einen Würfel in der Hand hatte, viel zu komplex ist. (Für die Vereinsrunden geht es dafür gut, weil die Power Kurve extrem flach ist)

    Für Neulingsrunden finde ich DnD5 prinzipiell ein sinnvolles System. Das hat mehrere Gründe, wie schon geschrieben ist es ein relativ seichtes System, mit viel Power Fantasy, was viele anspricht. Zusätzlich kennt es so ziemlich jeder aus Popkultur, Videospielen, ...

    Vom Spaßfaktor fand ich Savage Worlds (von der letzten Schatzkistenrunde) auch ganz cool, einfach weils allein stochastisch sehr viel Chaos mitbringt, was einen hohen Unterhaltungsfaktor hat. Das hat auch weniger die Power Probleme eines DnD5e, hat aber halt den Nachteil, dass es vermutlich weniger Anziehend wirkt.

    Vorrangig würde ich warnen, dass wir Runden, die sich primär an Anfänger richten nicht vernachlässigen. Immerhin lebt der Verein auch davon, dass es neue Leute gibt, die ihn kennen lernen. Dementsprechend, wenn man sagt man beschränkt die Systeme für Vereinsabende, sollte DnD vermutlich dabei sein. Nicht als längere "Vereinsrunde", das funktioniert mit dem System nicht, aber als vereinzelte OneShots oder ggf. kleine, lose zusammenhängende Mini Kampagnen. Ggf. mit kurzem, vereinfachten Charakterbau oder Beispielcharakteren.

  • Ja, diese "relativ klare Gruppe von ein paar Leuten" war meiner Meinung nach aber wichtig, weil das die SLs waren, die dort üblicherweise etwas angeboten haben. Und ja, seitdem es da eine fixe Liste an Terminen gibt anstatt diese Leute zu fragen, wann sie denn tatächlich Zeit haben, funktioniert das nicht mehr. Weshalb ich übrigens immer noch der Meinung bin, dass die Umstellung auf eine fixe Liste an Terminen eine sehr fragwürdige Entscheidung war.

    fodazd Was ich nicht verstehe, wenn es so gut funktioniert hat, warum habt ihr dann aufgehört? Ich wüßte nicht, dass irgendwem verboten worden wäre das alte Prinzip Diversitätsabend fortzuführen, oder? Eure Gruppe hätte sich weiterhin ihre Termine ausmachen und das ganze dann als offene Runde unter dem Titel Spontanrunde oder Rollenspieltreffen, ... mit kurzer Erklärung eintragen können.

    Die Umbenennung war gewünscht da Diversität heutzutage ein stark politisierter Begriff geworden ist. Die Fixierung sollte ursprünglich sicher stellen, dass die KASU Treffen, und die offenen Vereinsabende wenn möglich nicht mit den Schatzkiste Terminen kollidieren und man das ganze leichter auf Cons komunizieren kann. Außerdem hatten sich einige Leute aufgeregt, dass 2 Vereinsabende im Monat zu wenig sind und so sollte mit dem fixen Schatzkiste Termin auch ein quasi 3.Vereinsangebot im Monat sein. Da es offensichtlich nicht so gut funktioniert hat stellt sich dabei sicherlich die Frage ob es nicht sinnvoller ist "RPG-Schatzkiste" als Label für eine gewisse Art von Runden zu verwenden denn als fixen Programmpunkt. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen würde ich dies durchaus für sinnvoll halten.

  • Was ich nicht verstehe, wenn es so gut funktioniert hat, warum habt ihr dann aufgehört? Ich wüßte nicht, dass irgendwem verboten worden wäre das alte Prinzip Diversitätsabend fortzuführen, oder? Eure Gruppe hätte sich weiterhin ihre Termine ausmachen und das ganze dann als offene Runde unter dem Titel Spontanrunde oder Rollenspieltreffen, ... mit kurzer Erklärung eintragen können.

    Nachdem ich bei den ursprünglichen Diversitätsabenden öfter dabei war, kann ich das zumindest aus meiner Perspektive beantworten:

    * Teilweise hat es bei mir zeitlich nicht mehr gepasst.

    * Teilweise waren im Kalender keine Runden/Teilnehmer eingetragen und ich wollte nicht nur auf gut Glück kommen.

    * Es gibt in Wien mittlerweile (zumindest?) 2 andere Pen&Paper-Communities, bei denen öfter Oneshots mit Indie-Systemen gespielt werden und meine Freizeit ist leider begrenzt.


    Eine dieser Communities funktioniert übrigens auch über ein Foren-System, wobei es dort ein Topic für jeden Vereinsabend gibt und in der Woche vor den Vereinsabenden jeder reinschreibt, ob er/sie kommt und was er/sie spielen oder leiten möchte. Das sind in der Regel Einzeiler ("Kann ein Mausritter-Abenteuer leiten, spiele aber auch gerne bei allem in Richtung Fantasy mit", "Komme mit meiner fixen Daggerhart-Gruppe und habe noch einen Platz frei") und der Threadersteller macht daraus dann so einen Tag vor dem Vereinsabend eine Liste, was angeboten wird und wer wo mitspielt. Wer mag, kann trotzdem spontan kommen, hat dann aber halt keinen fixen Platz. Mein Eindruck ist, dass das gut funktioniert und auch Neulinge nicht abschreckt, weil es intuitiver ist, als im Kalender posten zu müssen und man sieht, was einen ungefähr erwartet.

  • Der Gedanke, dass sich an 1 oder 2 Abenden im Monat möglichst viele Vereinsmitglieder treffen und wir dann somit auch im Fall der Fälle Neulingen etwas bieten können war ganz gut und die eigentliche Idee dahinter, dass es nur mehr 2 Vereinsabende im Monat gibt. Viele Leute hatten sich aufgeregt, dass die vielen Vereinsabende dazu führen, dass nie mehr als einige wenige Leute (manchmal nicht mal einer) anwesend waren und somit nichts zustande kommt und dafür eigentlich niemand seine Freizeit opfern will. Die Leute waren bei der entsprechenden GV von der Idee durchaus angetan, aber im Endeffekt hat sich dann quasi weitehin niemand für die Vereinsabende die Zeit genommen. Es hat sich dadurch an dieser Situation also nichts geändert.

    Ich fürchte, dass ein Vereinsleben heutzutage für die meisten Leute einfach nicht mehr gewünscht ist. Wir sind zum Dienstleister und Platz zum spielen "verkommen" Mir tut das ganze sehr weh, aber ich denke allmählich habe ich mich damit abgefunden, dass sich die Zeiten geändert haben. Daher habe ich eigentlich auch die Hoffnung aufgegeben, dass sich daran wieder etwas ändern wird. Aus diesem Grund halte ich auch den 2. Punkt bei den offenen Vereinsabenden für grundsätzlich Nebensächlich. Unsere Mitglieder und die regelmäßig kommenden Tagesmitglieder können sich ihre Runden über das Forum oder Discord gut selber ausmachen und brauchen dafür eigentlich keine Unterstützung von Seiten des Vereins. Das zeigt sich an den überwiegend geschlossenen Runden die bei uns im Verein angeboten werden und daran, dass häufig, sobald eine Clique sich zusammen gefunden hat, Runden vom Verein wegverlagert werden und der Verein dann kaum mehr eine Rolle spielt.

    Bei wem das ganze nicht so gut geht und wer vom Verein Unterstützung benötigt sind Neulinge. Daher finde ich auch, dass die offenen Vereinsabende eigentlich für diese da sein sollten. Aber auch dort hat sich das Problem mit den Spielern ergeben. Denn es kommt nur selten eine ganze Gruppe von Neuen in den Verein. Meist sind es 1 oder 2 und für die sollte dann etwas Angeboten werden. Dies geht aus mehren Gründen besser wenn auch zumindest 1 - 2 alte Hasen da sind die Mitspielen. Die Frage ist nur wie man diese motiviert. Und daher wurde auf Systeme gesetzt die eine flache Entwicklungskurve haben. Denn so können alte Hasen mit erfahreneren Charakteren und Neulinge zusammen One-Shots spielen ohne das die einen vollkommen überfahren werden und die anderen nich ständig 1st Level Charaktere spielen müssen. Außerdem hilft es Neulingen wenn sie nach einem Abenteuer den Charakter verbessern können und an einem anderen Tag wenn sie mal wieder vorbei schauen diesen weiter spielen können.

    Ich weiß, dass DSA4 eigentlich zu Komplex für Anfänger ist, aber bisher hatte ich bei meinen Runden damit nur selten Probleme. Manche Spieler sind auch wieder gekommen, bis sie aus anderen Gründen den Verein den Rücken gekehrt haben.

  • Was ich nicht verstehe, wenn es so gut funktioniert hat, warum habt ihr dann aufgehört? Ich wüßte nicht, dass irgendwem verboten worden wäre das alte Prinzip Diversitätsabend fortzuführen, oder? Eure Gruppe hätte sich weiterhin ihre Termine ausmachen und das ganze dann als offene Runde unter dem Titel Spontanrunde oder Rollenspieltreffen, ... mit kurzer Erklärung eintragen können.


    Stimmt, ich hätte theoretisch weiterhin entsprechende Termine festlegen können nachdem ich die Leute gefragt habe wann sie Zeit haben, aber nachdem Herbert auf die fixen Termine bestanden hat habe mir gedacht, dass das vermutlich nicht wirklich Sinn macht. Möglicherweise ist auch einfach die Einschätzung von Smirg korrekt, dass die Leute nicht mehr wirklich genug selten gespielte Systeme zum Ausprobieren herumliegen gehabt haben.


    Die Umbenennung war gewünscht da Diversität heutzutage ein stark politisierter Begriff geworden ist. Die Fixierung sollte ursprünglich sicher stellen, dass die KASU Treffen, und die offenen Vereinsabende wenn möglich nicht mit den Schatzkiste Terminen kollidieren und man das ganze leichter auf Cons komunizieren kann. Außerdem hatten sich einige Leute aufgeregt, dass 2 Vereinsabende im Monat zu wenig sind und so sollte mit dem fixen Schatzkiste Termin auch ein quasi 3.Vereinsangebot im Monat sein. Da es offensichtlich nicht so gut funktioniert hat stellt sich dabei sicherlich die Frage ob es nicht sinnvoller ist "RPG-Schatzkiste" als Label für eine gewisse Art von Runden zu verwenden denn als fixen Programmpunkt. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen würde ich dies durchaus für sinnvoll halten.


    Warum die Umbenennung passiert ist, ist mir bewusst, auch wenn ich persönlich immer noch den alten Namen besser finde, aber da bin ich scheinbar sehr eindeutig in der Minderheit.

    Die KASU Treffen und offenen Vereinsabende hätten auch mit der bisherigen Terminfindung vermieden werden können denke ich. Aber ja, der Hauptgrund, warum Herbert die fixen Termine wollte, ist damit er die weiter im Vorhinein kennt und daher besser Werbung für sie machen kann. Bringt meiner Meinung nach nur nicht wirklich was, weit im Vorhinein für einen Termin Werbung zu machen, wo dann nix ist. Er wollte auch, dass SLs, die dort was anbieten, sich *Monate* im Vorhinein überlegen sollen, welche Systeme sie dort anbieten, um das bei der Werbung für den Termin auch schon einbringen zu können. Ich hoffe ich bin nicht der einzige, der das als absolut absurd ansieht.

    Ich persönlich wäre auch der Meinung, dass "RPG-Schatzkiste" als Runden-Trait besser wäre als es als fixen Termin zu haben.

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  • Es gäbe auch die Möglichkeit:

    - Es ist ein SL da, der D&D5 One-Shots primär für Neulinge anbietet

    - Es ist ein SL da, der DSA4 (oder sonstwas) One-Shots primär für Vereinsmitglieder anibetet

    - Falls sich keine Neulinge einfinden, spielt SL1 in der Runde von SL2 mit

    - Im Optimalfall sind dann zu den Terminen zumindest 3 Vereinsmitglieder da, sodass SL2s Runde ziemlich sicher stattfindet, und vielleicht auch jemand zu SL 1 wechseln kann, falls ein einzelner Neuling auftaucht


    Da da sehr viele Unabwägbarkeiten und Optimismen drin sind, wäre wohl folgende Variante realistischer:

    - Es ist ein SL da, der z.B. DSA4 für Vereinsmitglieder anbietet, in einem Format, wo man nicht immer da sein muss, und wo auch Neulinge (für die dann vorgefertigte Charaktere da sind) oder spontan noch dazukommende Mitglieder untergebracht werden können. Eventuell mit einer Anmelde-Begrenzung von 3 Leuten oder so, dass man sieht, dass auf jeden Fall wer da ist, ohne dass die Runde schon mit Voranmeldungen so voll wird, dass keiner mehr dazu stoßen kann. (Oder es ist ein zweit-SL dabei,d er für eine zweite Runde auskoppeln könnte)

  • Ich muss jetzt, nachdem ich diesen Thread mal eine Zeit lang als außenstehender weiter verfolgt haben, nochmal eine Frage stellen, die euch vielleicht beim Einordnen der ganzen Diskussion hilft. Was sind eure "Kund*innen" und was ist euer "Produkt"? (bitte entschuldigt meinen Business Sprech jetzt, aber darum dreht sich auch der Großteil meines Jobs)

    BigWolf hat es schon angeschnitten, dass der Verein sich im Klaren sein muss, wen man mit was ansprechen will.

    als "Kund*in" des Vereins hab ich gelesen:

    1. komplette Neulinge (mit oder ohne Vor-Erfahrung von Baldurs Gate 3, Rocket Beans, Orkenspalter und Critical Role)
    2. Vereinsmitglieder, die in offenen Runden spielen wollen
    3. Vereinsmitglieder, die offene Runden leiten wollen
    4. Vereinsmitglieder, die in geschlossenen Runden spielen
    5. Vereinsmitglieder, die neue / nischige Systeme ausprobieren wollen
    6. Vereinsmitglieder, die sich untereinander vernetzten und in verschiedenen Runden zusammen spielen wollen

    Was ich noch nicht gelesen habe, wo ich mich dazu zählen würde: erfahrene Spieler*innen / GM auf der Suche nach neuer Runde / System / Abwechslung / GM Fatigue Prävention

    Was sind dann die Produkte? da hätt ich die vier gelesen:

    1. Vereinsabend
    2. RPG Schatzkiste
    3. offene Runde
    4. geschlossene Runde

    Und jetzt kommt für mich die Frage: wer soll mit was erreicht werden? Habt ihr die richtigen Formate für die Gruppen oben? Was spricht die jeweilige Kund*innen-Gruppe im jeweiligen Format an.

    Und wenn ihr das nicht selbst beantworten könnt, zitiere ich mein Business-Ich "schreitet zum äußersten und fragt die Kund*in!" ;)

  • Ich würde sagen, dass sich:
    - Vereinsabende an komplette Neulinge und an Leute die den Verein mal kennen lernen wollen richten
    - Schatzkiste richtet sich an Spieler die neu/nichige Systeme ausprobieren wollen
    - Offene Runden stehen für verschiedene Dinge:
    1) SL die eine neue Runde anbieten und Spieler suchen
    2) Bestehende Runden die noch Platz für weitere Spieler haben
    3) One-Shots die für alle (häufig Neulinge) offen sind
    - geschlossene Runden richten sich an niemanden. Sie sind einfach ein Platzhalter, damit man weiß das gewiße Räume im Lokal belegt sind. Außerdem ziegen sie, dass im Lokal etwas los ist.

    Ich denke eine so klare Abgrenzung der Zielgruppen gibt es bei uns daher gar nicht, da unser Kalender und die dortigen Einträge vor allem für organisatorische Zwecke gedacht sind.

  • Ich zäume das Pferd jetzt mal von hinten auf: Was müsste ich anbieten, dass sich 10 Leute um 5 Plätze prügeln?

    Es gibt in Wien einen Brettspielverein, der ca. 2x/Monat ein Pen&Paper Event für Neulinge anbietet (teils kostenlos, teils kostenpflichtig). Ich habe gerade nachgesehen: Die Events bis inkl. Juni sind bereits ausgebucht, wobei die angebotenen Systeme ganz unterschiedlich sind (Itras By, Dread, Hidden Isle, D&D). Ich vermute also, dass alle Systeme funktionieren können, wenn du eine ansprechende Beschreibung verfasst und das ganze ein paar Wochen im Voraus bewirbst. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Hemmschwelle für Neulinge geringer ist, wenn ein Event nicht "Vereinsabend" heißt, sondern explizit als Pen&Paper Einstieg beworben wird.


    Ich bin mir aber nicht sicher, ob der starke Fokus auf Neulinge überhaupt so sinnvoll ist und es wirklich der Anspruch sein sollte, Vereinsabende primär an den Bedürfnissen von Neulingen auszurichten, zumal es für diese ohnehin schon viele Angebote gibt (online und offline). Ich habe die Stärke von Athenaes Siegl immer eher darin gesehen, dass es unglaubliche Regelnerds, eine Bibliothek mit längst vergriffenen Büchern, SLs mit Publikationserfahrung, usw gibt und man daher gerade nicht mit Neulingen spielt. Man könnte mit den Vereinsabenden also auch stärker andere Gruppen ansprechen versuchen: Forever DMs, die einmal Spieler sein wollen, erfahrene Rollenspieler:innen, die einmal ein neues System ausprobieren oder andere Nerds kennen lernen wollen oder deren reguläre Runde gerade ausgefallen ist, Leute die Abenteuer playtesten wollen usw. Sunakamis Delta Green Abenteuer fand ich da z.B. ziemlich cool, weil man spontan mitspielen kann, es aber trotzdem keine Anfängerrunden sind, auch wenn Anfänger bei Bedarf eingebunden werden können.

  • Man könnte mit den Vereinsabenden also auch stärker andere Gruppen ansprechen versuchen: Forever DMs, die einmal Spieler sein wollen, erfahrene Rollenspieler:innen, die einmal ein neues System ausprobieren oder andere Nerds kennen lernen wollen oder deren reguläre Runde gerade ausgefallen ist, Leute die Abenteuer playtesten wollen usw

    Ich wüßte nur spontan nicht, wie man solche Leute gut erreicht.

    Interessierte Anfänger suchen ja oft von sich aus nach Infos.

    Die bereits etablierten Spieler vermutlich weniger. Das sind vielleicht eher die Leute, die sich, wenn sie drauf stoßen, dann denken "Ach ja, das könnte mal interessant sein." Aber dazu müssen sie halt erstmal drauf gestoßen werden. (Am besten erwischt man hier noch Leute, denen ihre alten Privatrunden abhanden gekommen sind, und die gerne weiter spielen würden.)

    Wäre zumindest mal mein vager Eindruck von Cons, wo man zumindest einen Teil dieser Leute vorfindet. Da höre ich dann öfter mal Sachen wie: "Ich hab eh schon seit X Jahren Flyer von Euch, und mehrfach auf Cons mitgespielt, irgendwann muss ich wirklich mal vorbeikommen." Was dann halt meistens trotzdem nicht passiert, weil immer so viel anderes ansteht. :P

    Aber vielleicht kann man hier mal mit dem PR-Team reden. Vielleicht hat da wer eine Idee.


    Und ja, das ParaDice (ich nehme an, die meinst du) fahren da recht erfolgreich ihre Schiene, die, soweit ich das mitbekommen habe, halt stärker auf "rundum-sorglos-Pakete" für die Spieler ausgelegt ist. Was sich die Leute dann auch was kosten lassen.

    Aber da muss man dann auch als SL wohl etwas anders an die Sache heran gehen, und ist weniger ein weiterer Spieler am Tisch, als mehr ein Dienstleister. Was zumindest mein Ding nicht wäre. (Also bei den bezahlten Runden auf jeden Fall - ich wusste nicht, dass ParaDice auch offene, unbezahlte Runden hat. Hab da aber auch nie ernsthaft geschaut, ich bin mit dem Siegel ausgelastet genug.)

    Die ParaDice-Rollenspiel-Leute haben auch einen Vorteil uns gegenüber, was sie mal auf einer Con angemerkt haben: Bei denen übernimmt der Brettspiel-Teil des Vereins die ganzen organisatorischen Sachen, und die können sich damit wirklich voll auf ihre Runden konzentrieren.

    (Und ihre SLs, die ich von Cons kenne, sprechen wohl auch rein als Person leichter Neulinge, insbesondere jüngere, an. Bei uns kommen doch einige sehr "nerdig" daher, was vielleicht auch nicht immer so toll ankommt. Aber das könnte natürlich ein Argument sein, auf eine andere Zielgruppe zu fokussieren. Auf Dauer werden wir aber auch neue, jüngere Mitglieder benötigen.)