Posts by fodazd

    Hallo.

    Ich habe wieder mal vor, einen Systemtest für mein Eigenbausystem zu machen. Termin ist 8.7., und bisher habe ich dafür 2 Spieler.

    Das Setting ist grundsätzlich relativ normale Standard-Fantasy, mit ein bisschen mehr antikem flair. Die Spielercharaktere sind Mitglieder einer militärischen Organisation ("die Garde"), deren Aufgabe es ist, Monster zu jagen.

    Das System besteht momentan ausschließlich aus dem physischen Kampfsystem, es ist auch noch keine Magie oder so drin. Das Kampfsystem basiert auf Stein/Schere/Papier statt auf Würfeln, ist also vermutlich für die meisten Leute ziemlich ungewohnt. Die aktuelle Version ist immer noch extrem unfertig, aber ihr könnt sie euch im Anhang anschauen, wenn ihr wollt.

    In diesem Oneshot werde ich das Setting kurz vorstellen und einen typischen Auftrag leiten. Es wird weil es ein Kampfsystem-Test ist sehr kampflastig. Wenn danach weiterhin Interesse besteht, kann ich danach gerne weitere Sessions leiten. Bei Interesse einfach melden.

    Die Gruppe wird von bösen Feen gefangen genommen. Ein Oger bringt uns Essen in unsere Zellen. Es ist ein Holzteller voller noch lebender Würmer.

    Zwerg: "...Ich kann das aus religiösen Gründen nicht essen."

    Oger: "Wieso? Was ist denn deine Religion?"

    Zwerg: "Dass ich keine anderen Wesen essen darf, die in der Erde herumgraben."

    System-Diskussionen sind immer ein bisschen schwierig, weil halt viele Leute ihre "Lieblings-Systeme" haben und es nicht mögen, wenn sie kritisiert werden. Und bei einer eher subjektiven Frage wie dem Design von P&P-Systemen gilt das gleich mal noch mehr. Selbst bei einzelnen Mechaniken gibt es welche, die ich persönlich furchtbar finde und andere Leute super, oder eben umgekehrt.


    ...Ich werde hier trotzdem mal meine beiden Haupt-Kritikpunkte an D&D posten:

    1.: Das Stufen/Klassen-System ist so aufgebaut, dass Charaktere sich erstens nur eher selten verändern im Vergleich zu anderen Systemen, und zweitens ist die Powerlevel-Differenz zwischen Charakteren verschiedener Stufen sehr hoch. D&D verträgt es vergleichsweise schlecht, wenn Charaktere verschiedener Stufen in der Gruppe sind, während es in anderen Systemen deutlich weniger Probleme macht, verschieden erfahrene Charaktere in der Gruppe zu haben.

    2.: Die meisten Editionen von D&D gehen von bei der Charaktererstellung ausgewürfelten Attributen aus. Ich *hasse* gewürfelte Attribute. Ich hasse außerdem gewürfelte maximum Hitpoints.

    ...Und dann gibt's halt noch ein paar Kleinigkeiten, aber das sind eigentlich die beiden Hauptgründe, warum ich persönlich D&D nicht mag.

    Ich persönlich mache nie eine Session 0, und habe das auch noch nicht wirklich in der Praxis gesehen, dass ein kompletter Abend nur für Vorbesprechung verwendet wird. Das wäre mir auch ein bisschen schade um meine Zeit (vor allem wenn ich dafür physisch wo hinfahren musste), aber das ist nur meine persönliche Ansicht, und genug Leute sehen das anders als ich.

    Wie die Runde beziehungsweise das Abenteuer ablaufen wird oder worum es gehen wird schreibe ich einfach in die Ankündigung rein, beziehungsweise erzähle es den Leuten die ich dabei haben will *bevor* sich alle gemeinsam treffen. Das selbe gilt für so Zeugs wie Spielstil, Zeitplan und Hausregeln. Weil wenn erst nachdem sich alle getroffen haben klar wird, dass die Leute inkompatible Erwartungen haben, dann ist das schlecht.

    Charakterbau mache ich üblicherweise auch nicht gemeinsam. Das können die Leute entweder alleine machen, oder ich kann vorgefertigte Charaktere zur Verfügung stellen. Hier muss halt die Erwartungshaltung an die Charaktere für diese Runde im Vorhinein klar kommuniziert sein. Es ist auch möglich, die Charaktere gemeinsam zu erstellen und dann halt eine kürzere Session 1 zu spielen, aber ich bevorzuge eindeutig, wenn wir möglichst schnell zum Spielen anfangen können, sobald alle da sind.

    Ein Problem das ich schon öfters im PnP bemerkt habe und das echten heldenhaften Spiel im Wege steht ist das viele Spieler ziemlich angepisst sind wenn sie versagen aufgrund der Härte der Konfrontation. Schon der Verlust von Fähigkeiten oder manchmal sogar nur der Ausrüstung oder Geld lässt manche Spieler ziemlich angefressen zurück. Ich persönlich finde das ziemlich langweilig und bin als Spieler wie als SL der Meinung das SCs auch versagen dürfen und müssen. Ohne der Möglichkeit zu versagen gibts für mich keine Spannung und auch kein Heldentum.


    Hier ist dann halt die Frage, was die konkrete Situation war, und ob ich als Spieler vorher gewusst habe, was genau ich da riskiere. Bei "Ihr verliert jetzt einfach Geld, Ausrüstung oder Fähigkeiten, weil ihr einfach Pech gehabt habt", und zwar ohne dass ich bewusst ein entsprechendes Risiko eingegangen bin, wäre ich auch angefressen. Außer eben die Runde hat schon im Vorhinein die Erwartungshaltung, dass das durchaus mal passieren kann. Das ist dann aber halt nicht für jeden etwas.

    Ich persönlich bin auch der Meinung, dass SCs durchaus mal versagen können, aber generell bin ich überhaupt kein großer Fan davon, dass das automatisch "bau dir einen neuen Charakter" oder "dein Charakter ist jetzt permanent verkrüppelt" bedeuten muss. Im Vergleich dazu bevorzuge ich eindeutig die "langweiligen" Runden, wo die SCs immer gewinnen.

    Ich hätte grundsätzlich Interesse, kann aber nicht garantieren, dass ich tatsächlich langfristig Zeit und/oder Motivation haben werde. Wenn es ok wäre, mal 1 oder 2 Sessions als Gastspieler mitzuspielen, dann wäre ich dabei.

    Persönliche Meinung von mir: Was genau "Heldentum" bedeutet kann sich je nach kulturellen und persönlichen Ansichten sehr stark unterscheiden. Was die einen als "heldenhaft" sehen kann für die anderen ethisch sehr fragwürdig sein und umgekehrt. Man könnte auch argumentieren, dass der Begriff selbst durch die Geschichte so massiv vorbelastet ist, dass er nicht mehr verwendet werden sollte.

    Ich stimme der Definition von "unter persönlichem Risiko für andere den Kopf hinhalten" trotzdem großteils zu, wobei ich es halt verallgemeinern würde zu "ethisches Verhalten unter feindseligen Bedingungen".
    -> Wenn du einen Waldbrand verhinderst, obwohl du dir dabei einige Verletzungen zuziehst, könnte man meiner Meinung nach immer noch von einer Heldentat sprechen, obwohl du für niemand anderen den Kopf hingehalten hast, und deine Verletzungen mit der Zeit wohl heilen werden.
    -> Die feindseligen Bedingungen müssen auch nicht unbedingt ein "Risiko" im Sinn von Unsicherheit sein: Auch wenn du mit Sicherheit weißt, dass du sterben wirst um jemand anderen zu retten kann das heldenhaft sein.
    -> Die feindseligen Bedingungen müssen auch nicht unbedingt gleich eine Gefahr für deine körperliche Unversehrtheit sein. Auch wenn du einen signifikanten Anteil von deinem Besitz oder deinem sozialen Status für eine gute Sache aufgibst, kann das heldenhaft sein.

    Die typischen Probleme damit, das im P&P darzustellen:
    -> Wenn wir von der typischen "Risiko zu sterben"-Art von Heldentum ausgehen, dann weiß ich es nicht wirklich zu schätzen, wenn mein Charakter unspielbar wird, weil ich halt beim Eingehen eines Risikos auch mal Pech gehabt habe. Vor allem wenn es für diesen Charakter noch offene Plot-Stränge gegeben hätte. Und da bin ich vermutlich nicht alleine. Wenn die Runde tatsächlich als "old-school" oder "grimdark" angekündigt ist, dann ist das aber natürlich wieder was anderes. Hier muss halt vorher die korrekte Erwartungshaltung erzeugt werden.
    -> ...WENN aber die Erwartungshaltung erzeugt wird, dass Charaktere durchaus auch mal an random encounters verrecken können, dann spiele ich meine Charaktere natürlich auch von Anfang an deutlich weniger "risikofreudig". Was ja bei tatsächlich vorhandenem Risiko auch Sinn macht. Wenn ich mir bevor ich mich auf einen Kampf einlasse jedes Mal überlegen muss "Ok, ist es das *wirklich* wert, hier vielleicht zu sterben?", dann kommt halt auch nicht unbedingt immer die "heroische Stimmung" auf, weil in den meisten Fällen wird die Antwort wohl "Nein" lauten.